So ein Hundeleben ist voller Abenteuer und Entdeckungsfreude. Doch manchmal kann aus Spaß bitterer Ernst werden und sich unser vierbeiniger Freund plötzlich in Not befinden! Dass so etwas im Hundealltag immer wieder vorkommen kann, habe ich in meinen bisherigen 18 Jahren als Hundemama schon das ein oder andere Mal schmerzlich erfahren müssen. Damit auch ihr und eure Fellnasen für den Fall der Fälle vorbereitet seid, habe ich heute hier auf meinem Hundeblog einige wertvolle Tipps zum Thema Erste Hilfe beim Hund für euch zusammengestellt!

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Erste Hilfe für Hunde: Was hilft im Notfall?

Die Ursachen für einen Notfall reichen von Bisswunden über Unfälle in unwegsamem Gelände bis hin zu Vergiftungen. Und auch wenn man als Frauchen oder Herrchen nicht unbedingt gerne über solche Situationen nachdenkt, ist es doch umso wichtiger, sich in Punkto Erste Hilfe für Hunde zu informieren. Mit diesem kleinen Hunderatgeber möchte ich nun bestimmte Verhaltenstipps für den Ernstfall mit euch teilen!

Mit diesen 11 Tipps macht man im Notfall alles richtig:

  1. Das Erste Hilfe Set für Hunde: Nicht nur für Menschen kann ein Verbandsset im Falle einer Verletzung sehr nützlich sein. Auch unsere Fellnasen können sich im Alltag verletzen, oder noch schlimmer, durch einen Artgenossen verletzt werden. Ein spezielles Erste Hilfe Set für Tiere im Rucksack oder im Kofferraum des Autos erleichtert unterwegs die Erstversorgung von Wunden. Enthalten sein sollten darin auf jeden Fall Desinfektionsmittel, sterile Kompressen, ein Druckverband, eine Pinzette sowie eine Schere und eventuell Einweghandschuhe.
  2. Desinfektion: Kommt es dann tatsächlich zu einer Verletzung, sollte man auch wissen, wie man den Inhalt der Verbandssets richtig einsetzt. Beim Versorgen offener Wunden steht Desinfektion an erster Stelle – so kann schon vor dem Tierarztbesuch das Risiko einer Entzündung eingedämmt werden.
  3. Die Blutung stoppen: Handelt es sich um eine tiefe, stark blutende Wunde, gehört auch ein Druckverband zu Erstversorgung. Hier wird eine Kompresse auf die Wunde gedrückt und gleichzeitig eine Binde als straffer Verband um das jeweilige Körperteil gewickelt. Natürlich gibt es auch Stellen, an denen kein Verband möglich ist – in diesem Fall sollte man die Kompresse so fest und lange wie möglich mit der Hand andrücken.
  4. Ab zum Tierarzt: Für den Notfall sollte man immer die Nummer seines Tierarztes und des tierärztlichen Notdienstes griffbereit haben und nicht zögern, diese zu kontaktieren. In Sachen Erste Hilfe überschätzen manche Hundehalter ihre eigenen medizinischen Fähigkeiten. Auch bei vermeintlich kleinen Wunden ist ein umgehender Tierarztbesuch unerlässlich, denn nur so kann die Verletzung wirklich optimal versorgt und eine Infektion ausgeschlossen werden. Vieles, was auf den ersten Blick harmlos aussieht, muss eventuell trotzdem genäht werden – und das kann nur ein Veterinär beurteilen!
  5. Ganz genau hinsehen: Und auch nicht jede gefährliche Wunde ist für Frauchen oder Herrchen auf den ersten Blick sichtbar! Gerade bei Hunden mit langem Fell kann es schnell passieren, dass man Bisswunden oder tiefe Kratzer übersieht. Deshalb sollte man den Hund nach einer Auseinandersetzung mit einem Artgenossen unbedingt vorsichtig abtasten um sicherzugehen, dass man keine Wunde übersehen hat. Einen Check der Schleimhäute sollte man ebenfalls nicht vergessen – weiß Schleimhäute deuten nämlich auf einen Schockzustand der Fellnase hin. Außerdem sollte man eine Routineuntersuchung auch in die tägliche Fellpflege einbauen. Selbst kleine Entzündungen, wie ein infizierter Zeckenbiss, können nämlich schlimme Folgen haben, wenn sie unbehandelt bleiben.
  6. Vorsicht, Gift: Leider ist es für unsere Vierbeiner deutlich leichter, sich eine Vergiftung einzufangen, als für uns Menschen. Denn Hunde erkunden ihre Umwelt mit ihrem Geruchs- und Geschmackssinn und nehmen so einiges in den Mund, was sie im Haushalt, am Straßenrand und in der freien Natur finden. Hier lauern in Form von Reinigungsprodukten, manchen Lebensmitteln, Pestiziden, Giftpflanzen & Co. so einige Gefahrenquellen. Prävention ist hier eigentlich nur zu Hause wirklich möglich, indem man gefährliche Substanzen sicher verstaut. Wenn man beobachtet, dass der Hund draußen etwas nicht bestimmbares frisst, sollte man im Zweifelsfall versuchen, eine Probe davon sicherzustellen und sie mitsamt dem Vierbeiner beim Tierarzt untersuchen lassen. Und auch, falls sich, ohne dass man etwas Verdächtiges beobachtet hätte, Vergiftungserscheinungen wie blutiger Stuhl bzw. Urin, Zittern, häufiges Erbrechen, Krämpfe, blasses Zahnfleisch und eine schlagartige Änderung der Körpertemperatur (zwischen 37,5 und 39° sind normal) bemerkbar machen, ist ein sofortiger Besuch beim Tierarzt unerlässlich!
  7. Stabile Seitenlage: Wie auch wir Menschen, sollte ein Hund im Falle von Bewusstlosigkeit oder eines Schocks als erstes in die stabile Seitenlage gebracht werden. Dabei liegt der Hund auf einer seiner Flanken, der Kopf ist der tiefste Punkt des Körpers, das Maul ist geöffnet und die Zunge ist herausgestreckt. So kann Erbrochenes oder Blut abfließen und eine Blockade der Atemwege wird verhindert.
  8. Erstickungsgefahr: Die eben beschriebene Lage sollte auch angewandt werden, wenn der Hund etwas verschluckt hat, was nun offensichtlich in seiner Speise- oder Luftröhre steckt. Jetzt wird das Maul vorsichtig geöffnet und gegebenenfalls mit etwas fixiert, um versehentlichem Zubeißen vorzubeugen. Anschließend mit den Fingern in den Rachen des Hundes vordringen und versuchen, den verschluckten Gegenstand zu fassen und zu entfernen. Ist der Hund währenddessen bewusstlos geworden, unbedingt die Atmung kontrollieren und gegebenenfalls den folgenden Punkt auf unserer Liste anwenden.
  9. Mund-zu-Schnauzen-Beatmung: Was im ersten Moment etwas skurril klingt, kann unter Umständen lebensrettend sein. Die Ursachen für einen Atemstillstand beim Hund unterscheiden sich wenig von denen beim Menschen, ebenso wie die anzuwendende Erste-Hilfe-Technik. Hat der Hund sichtlich aufgehört zu atmen, ist aber noch ein Puls zu fühlen, kommt folgende Methode zum Einsatz: Das Maul wird geschlossen und mit einer Hand abgedichtet, gleichzeitig bläst man mit dem Mund in regelmäßigen Abständen in die Nase des Hundes, bis sich sein Brustkorb hebt.
  10. Herzdruckmassage beim Hund: Parallel zur oben erklärten Technik kann es notwendig sein, den Hund im Falle eines Herzstillstandes wiederzubeleben. Ist kein Puls fühlbar und zeigt der Vierbeiner keinerlei Reaktion mehr, wird folgendermaßen vorgegangen: Der Hund wir auf die rechte Seite gedreht und es werden je nach Körpergröße des Tieres entweder mit zwei Fingern, mit einer Hand oder mit beiden Händen 5 Druckstöße in die Herzregion, links am Brustkorb, abgegeben. Es folgt ein Atemstoß und weitere 5 Herzdruckmassagen. Diese Maßnahmen werden so lange wiederholt, bis sich (hoffentlich) wieder Lebenszeichen zeigen.
  11. Trotzdem Ruhe bewahren: In Bezug auf die vorhergehenden Punkte scheint der letzte Tipp auf unserer Liste vielleicht etwas schwierig umzusetzen. Tatsächlich ist gefasstes, überlegtes Handeln und eine beruhigende Ausstrahlung aber gerade in lebensbedrohlichen Notfällen umso wichtiger. Hunde sind, wie wir wissen, unglaublich soziale und sensible Wesen und es liegt an uns, ihnen ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Wenn wir es als Frauchen oder Herrchen schaffen, unserem Liebling  zu zeigen, dass alles gut wird und wir für ihn da sind, werden selbst starke Schmerzen erträglicher. Nicht nur bei der Wundversorgung und auf dem anschließenden Weg zum Tierarzt gehören Nähe und gleichzeitig ein gefasstes, ruhiges Verhalten gegenüber dem Hund demnach zu den wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Ich hoffe, dieser kleiner Erste Hilfe Ratgeber für Hunde konnte euch ein paar nützliche Informationen für den Notfall liefern. In den folgenden Beiträgen möchte ich gerne auf weitere Themen rund um Erste Hilfe mit Hund eingehen. Habt ihr diesbezüglich spezifische Fragen?

Gleichzeitig wollen wir aber stets das Beste hoffen und so gut es geht dafür sorgen, dass unsere Fellnasen nie in eine so ernste Lage kommen! Habt ihr schon mal einen echten Notfall mit eurem Hund erlebt?

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22 comments

  1. Da hast du wirklich ein paar wertvolle Tipps zusammengestellt. Ein sehr toller Beitrag!
    Leider ist es nie schön, wenn ein Tier leidet. Ich finde es schon nur traurig, wenn sich meine Katze nach dem Tierarzt mit zerkraustem Fell hintern Sofa versteckt – ich hoffe, ich muss nie einen Ernstfall miterleben.
    alles liebe, meli
    https://melslybeauty.wordpress.com/

  2. Ich finde es wirklich wichtig, dass Hundehalter gut informiert sind – auch über mögliche Notfälle und Hilfsmöglichkeiten. Ich habe vor einigen Jahren einen Hunde-Erstehilfe-Kurs bei unserem Tierarzt gemacht und kann das nur wirklich empfehlen.
    Wir hatten bei Spaziergängen schon ein paar Mal die Notwendigkeit zu helfen – Bisswunden bei unseren Hunden, abgerissene Krallen, ein Hitzschlag, ein Schwächeanfall bedingt durch das Herz … und manches mehr (in 27 Jahren mit Hunden kommt da doch einiges zusammen).
    Ich bin daher nie unterwegs ohne Handy und einer Notfallnummer für den Tierarzt (auch im Urlaub), einer kleinen Zange / Messer und einem Stück Mullbinde und (falls Vorerkrankenungen bei unseren Hunden bekannt sind) Notfallmedikamente.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

    1. Solche Erste Hilfe Kurse sind eine super Möglichkeit was zu lernen und auch Dinge wieder aufzufrischen. Da bist du auf jeden Fall bestens ausgestattet. Ich habe auch immer mein Handy mit dabei – denn wenn etwas ist, kann man einfach viel schneller handeln und jemanden verständigen.

  3. Das sind wirklich nützliche Tipps. Ich muss mir unbedingt einen Erste-Hilfe-Kasten für meinen Hundi besorgen, vor allem für unseren Roadtrip könnte der ganz nützlich werden. 🙂

    Liebe Grüße,

    Anastasia

  4. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag!! Ja, Erste Hilfe sollte jeder Tierbesitzer, aber besonders solche von Hunden und Pferden, auf jeden Fall beherrschen. Schon oft sind mir besonders Hundebesitzer begegnet, die im Ernstfall völlig hilflos und/oder panisch waren, was natürlich niemandem hilft und die Situation meist noch schlimmer macht.

  5. Wow, was man da alles beachten muss, aber ich denke das lernt man dann im Laufe der Zeit, genau wie man es auch bei Kindern lernt. Auf jeden Fall weiß ich ja nun, wo ich nachschauen kann, im Fall der Fälle.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

  6. Ehrlich gesagt hab ich mir noch gar keine Gedanken über Erste Hilfe bei Tieren gemacht… dass ich mit meiner Katze regelmäßig zum Tierarzt gehe bzw. sofort dorthin fahre, wenns Fiona nicht gut geht, ist klar… Aber dass Erste Hilfe auch bei Tieren funktioniert, daran hab ich wirklich noch nicht gedacht 🙂

    Alles Liebe, Katii – Süchtig nach…

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